Zu viele Chancen liegen gelassen: HSV scheitert nach starkem Pokalabend an Frankfurt

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Patson Daka vergibt in der Nachspielzeit eine der vielen guten Chancen des HSV

Der Hamburger SV liefert Eintracht Frankfurt lange einen offenen Pokalfight, verpasst aber vor allem vor der Pause die Belohnung. Nach dem Seitenwechsel zeigt der Gast, was an solchen Abenden den Unterschied ausmachen kann: Effizienz. Frankfurt gewinnt im ausverkauften Volkspark mit 3:1 und beendet die Hamburger Pokalreise.

Es war eines dieser Spiele, bei denen das nackte Ergebnis am Ende deutlicher aussieht als die Partie über weite Strecken tatsächlich war. Der HSV unterlag Eintracht Frankfurt mit 1:3 – und wird sich vor allem darüber ärgern, was vor dem ersten Frankfurter Treffer möglich gewesen wäre. Denn trotz einer personell stark angespannten Situation versteckte sich die Mannschaft von Merlin Polzin keineswegs. Hamburg begann zwar in der inzwischen häufig zu beobachtenden etwas tieferen Grundordnung, wurde aber schnell selbst gefährlich.

Der HSV lässt seine Möglichkeiten liegen

Bereits nach einer Ecke in der Anfangsphase kam Shafiq Nandja zum Abschluss. Wenig später sorgte Miro Muheim mit einer scharfen Hereingabe für Gefahr. Auch Zakaria El Ouahdi hatte eine Möglichkeit. Die größte Hamburger Chance des ersten Durchgangs vergab allerdings Albert Grønbæk. Nach einem starken Steckpass vom heutigen Kapitän Sambi Lokonga tauchte der Däne frei auf, spitzelte den Ball jedoch am langen Pfosten vorbei.

Frankfurt blieb auf der anderen Seite jederzeit gefährlich. Nach einer halben Stunde musste Sebastiaan Bornauw in höchster Not gegen Jonathan Burkardt retten. Trotzdem: Der HSV hatte genügend Situationen, um selbst in Führung zu gehen. Zur Pause stand es 0:0.

Und dann kam auch noch weiteres Verletzungspech hinzu. Bornauw konnte nach der Pause nicht weitermachen. Für den Abwehrchef kam der junge Jason-Dean Bissi-Mouelle.

Frankfurt zeigt, was dem HSV fehlt

Die entscheidende Qualität des Favoriten zeigte sich schließlich in der 56. Minute. Frankfurt setzte Hamburg am eigenen Strafraum massiv unter Druck, gewann nach abgewehrten Situationen immer wieder den zweiten Ball und ließ den HSV kaum aus der eigenen Gefahrenzone herauskommen. Irgendwann war der Druck zu groß: Robin Koch erzielte das 0:1.

Doch Hamburg brach nicht auseinander. Im Gegenteil. Miro Muheim prüfte Noah Atubolu, anschließend hatte Teren Moffi nach einer Ecke die große Möglichkeit zum Ausgleich. Der HSV erhöhte das Risiko – und gerade in dieser Phase schlug Frankfurt erneut zu.

Jonathan Burkardt ließ seinen Gegenspieler im Strafraum ins Leere laufen und schob in der 71. Minute überlegt zum 0:2 ein. Das war der Wirkungstreffer. Nur vier Minuten später machte der gerade eingewechselte Younes Ebnoutalib mit dem 0:3 scheinbar endgültig den Deckel auf die Partie.

Moffi lässt den Volkspark noch einmal hoffen

Ganz aufgeben wollte sich Hamburg allerdings nicht. Frankfurt-Keeper Atubolu konnte einen Abschluss von Patson Daka nicht festhalten, Moffi war zur Stelle und staubte in der 79. Minute zum 1:3 ab. Und tatsächlich war für einen kurzen Moment wieder Leben im Volkspark.

Der HSV warf noch einmal alles nach vorne. Selbst in der Nachspielzeit bot sich noch eine gute Möglichkeit per Flugkopfball von Daka, doch Atubolu war zur Stelle. Dann war Schluss.

Eine Niederlage, die trotzdem Mut machen kann

Der HSV ist raus aus dem DFB-Pokal. Und trotzdem war dieser Auftritt etwas anderes als eine klassische 1:3-Niederlage. Gerade angesichts der vielen personellen Ausfälle zeigte Hamburg über weite Strecken, dass es gegen einen Gegner dieser Qualität mithalten kann. Die Mannschaft erspielte sich Möglichkeiten, blieb nach dem Rückstand mutig und wurde auch nach dem 0:3 von den 57.000 Zuschauern weiter unterstützt.

Ein Streitpunkt bleibt zudem eine Szene unmittelbar nach der Pause: Der bereits verwarnte Frankfurter Nnamdi Collins traf beim Stande von 0:0 David Møller Wolfe mit der Schulter am Kopf, sah aber keine zweite Gelbe Karte. Adi Hütter reagierte kurz darauf und nahm Collins vom Platz. Wie sich die Partie in Überzahl entwickelt hätte, bleibt Spekulation.

Entscheidend war letztlich etwas anderes: Der HSV hatte seine Möglichkeiten – Frankfurt machte seine Tore. Und genau darin lag an diesem Abend der Unterschied zwischen einer durchaus guten Hamburger Pokalleistung und dem Einzug ins Achtelfinale.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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